Wohnungskatzen apportieren beibringen – Geht das überhaupt?

Katzen markieren überall

Kann man Katzen tatsächlich das Apportieren beibringen? Von Hunden kennt man das Verhalten ja – man wirft ein Stöckchen, der Hund jagt hinterher nimmt das Stöckchen auf und bringt es zu dem Werfer zurück.

Katzen dagegen sind für ihren eigenwilligen Charakter bekannt. Die kleinen Fellnasen machen nur das, was sie sich gerade in den Kopf gesetzt haben.

Trotzdem ist es bei uns geglückt unseren Wohnungskatzen das apportieren beizubringen. Sowohl Leo als auch Clio jagen hinter unterschiedlichen Gegenständen her spielen kurz damit und bringen sie zurück. Nicht ganz so zuverlässig wie ein gut erzogener Hund, aber trotzdem mit einer relativ hohen Trefferquote.

Probieren geht über studieren

Mit Sicherheit ist es nicht bei jeder Wohnungskatze möglich, dieses Verhalten einzustudieren. Geübt haben wir es täglich mit einem kleinen Stofffisch, den Leo als seine Beute bereits vorher mit Stolz durch die Wohnung getragen hat. Das ist praktisch die erste Vorraussetzung: Deine Katze sollte ein Lieblingsspielzeug haben.

Die ersten Versuche starteten wir, indem wir ihm seine Beute abnahmen, sie ihm in unserer Hand zeigten und sie dann ein kleines Stück weiter warfen. Wie selbstverständlich jagte er hinter dem Fisch her, in der Hoffnung einen lebendigen Fang zu machen.

Zunächst versuchte Leo mit der Beute solange zu spielen, bis er sie „verspeisen“ konnte. Wir mussten also immer wieder hingehen, die Beute erneut in die Hand nehmen und noch einmal werfen.

Später merkte er dann irgendwann, dass es richtig Spaß macht, immer wieder eine neue Herausforderung gestellt zu bekommen: Er brachte den Fisch zu uns und forderte uns mit einem sanften Nasenstubser dazu auf, den Fisch erneut zu werfen.

Das war die Geburtsstunde des Apportierens.

Von nun müssen wir Abends daran denken, den Fisch an einem sicheren Ort zu verstecken, um nicht auch zu nachtschlafender Zeit zum Spielen aufgefordert zu werden. Mittlerweile ist es nicht mehr der Fisch, sondern ein Hühnchen, das Leo stolz durch die Wohnung trägt. Während er das Stofftier durch die Gegend trägt, mauzt er laut, um auf sich aufmerksam zu machen…

Wohnungskatzen lernen von ihren Geschwistern

Clio, der kleinere Bruder, schaut sich zwar vieles ab, verfolgt es jedoch nicht immer in letzter Konsequenz. Bei ihm klappt das Werfen und Hinterherjagen einwandfrei – einzig am Zurückbringen scheitert es aktuell noch.

In etwa 4 von 10 Fällen funktioniert das Apportieren unserer Wohnungskatze bereits. Die übrigen 6 Versuche sehen dann so aus, dass er mit der Beute unter einer Tatze sitzend auf uns wartet, bis wir zu ihm kommen.

Dann sollen wir das Spielzeug erneut werden, damit er hinterher laufen kann. Weil das Zurückbringen leider nicht so gut klappt, ist es für uns eine kleine Sporteinheit: Werfen, Laufen, Bücken, Werfen…

Fazit

Apportieren kann man auch Katzen sehr wohl beibringen. Es kommt aber immer ein wenig auf den allgemeinen Spieltrieb und die Begeisterungsfähigkeit Deiner Katze an, ob es zuverlässig klappt.

Mit dem Clicker-Training kann man auch versuchen, dieses Verhalten zu erlernen. Wenn Du also ohnehin fleißig am Clickern bist, dann probier das doch einmal aus.

Wie klappt es bei Dir? Hast Du nach einigem Training schon erste Erfolge erzielen können?

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