Katzen kastrieren – Vorteile und Notwendigkeit einer Kastration

wohnungskatze-leo-nach-der-kastrationHast Du Katzenbabys oder einen kleinen Kater, der neu bei Dir eingezogen ist? Ist dieser Kater denn bereits kastriert, oder möchtest Du Dich zunächst darüber informieren, welche Vorteile eine Kastration mit sich bringt?

Dann bist Du hier genau richtig! Wir zeigen Dir in diesem Artikel die Vorteile sowie die Notwendigkeit für die Kastration auf. Was Du nach einer erfolgten Kastration beachten solltest, kannst Du in diesem Artikel nachlesen: Kater kastrieren – Verhaltenstipps wenn Deine Katze aufwacht

Problem: Das Harnmarkieren

Ein unkastrierter Kater markiert ab einem bestimmten Alter permanent sein Revier, indem er übelriechenden Harn auf Gegenständen verteilt.

Nach erfolgreicher Kastration der Katze wird dieses Verhalten in den meisten Fällen nicht mehr stattfinden – sofern dieser Eingriff so früh wie möglich durchgeführt wurde und er sich noch nicht an das Markieren gewöhnt hat. (Weitere Informationen findest Du in unserem Artikel: „Katzen markieren – Wenn Katzen unsauber werden“

Stärkere Bindung zu Menschen

Kastrierte Kater werden zudem ruhiger und haben eine höhere Bindung zu dem Menschen. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass kleine Fellnasen nicht auf weiterhin putzmunter und aufgeregt durch die Wohnung oder das Haus laufen. Sie entwickeln jedoch tatsächlich eine bessere Bindung und sind ein wenig schmusiger.

Gleichzeitig gehen weniger Aggressionen von ihnen aus. Sie müssen sich seltener „beweisen“ und greifen Dich daher nicht einfach so an. Trotzdem kannst Du auch nach der Kastration noch super mit ihnen kämpfen. Besonders Clio kämpft mit uns jeden Tag und schnurrt zugleich. Er genießt diese Einheiten sichtlich!

Auch (weibliche) Katzen können Kastriert werden

Ein logischer Effekt einer kastrierten Katze ist das Ausbleiben der typischen Rolligkeitssymptome.

Vielleicht hast Du schon einmal rollige Katzen in Deiner Nachbarschaft gehört und diese mit kleinen Kindern verwechselt? Es ist tatsächlich so, dass eine rollige Katze wie ein kleines Kind „schreit“.

Eigentlich doch gar nicht verkehrt, wenn das nicht mehr regelmäßig stattfindet, meinst Du nicht?

Eine höhere Lebenserwartung

Eine kastrierte Katze bzw. ein kastrierter Kater besitzt, nicht nur durch die medizinischen Veränderungen, sondern auch durch die Anpassung der Verhaltensweisen, eine etwa doppelt so hohe Lebenserwartung.

Gerade bei Freigängern wird dies deutlich: In der Paarungszeit kann es durchaus vorkommen, dass ein Kater dem Duft der Katzen über mehrere Kilometer folgt. In dieser Zeit fallen viele Kater leider den Autos zum Opfer, da sie Straßen sehr unvorsichtig überqueren.

Auch Revierkämpfe kann man häufig beobachten. Neben einem normalen Territorialverhalten geht es bei diesen Kämpfen häufig auch um die weiblichen Katzen. Wir finden es ganz gut, dass unsere kastrierten Kater von diesen Kämpfen verschont bleiben (weil sie reine Wohnungskatzen bzw. mittlerweile Hauskatzen sind).

Wann sollte man eine Wohnungskatze kastrieren?

Der optimale Zeitpunkt für eine Kastration ist im jungen Katzenalter. Einen vorgeschriebenen Zeitpunkt gibt es hingegen nicht.

Wir finden, Du solltest diesen chirugischen Eingriff auf jeden Fall durchführen, bevor Deine Katze ein Freigänger wird.

Etwa mit beginnender Geschlechtsreife ist es soweit, dass die Kastration durchgeführt werden kann. Weibliche Katzen werden beispielsweise mit etwa 4-5 Monaten rollig. Männliche Kater können ab ca. 6 Monaten kastriert werden.

Am besten ist es, wenn Du mit Deinem Tierarzt einmal über den richtigen Zeitpunkt sprichst, vielleicht sieht er individuelle Themen, die eine frühere oder spätere Kastration notwendig machen. Grundsätzlich gibt es aus medizinischer Sicht keinen Grund dem alten Mythos: „Katzen müssten zunächst einmal trächtig werden, bevor sie kastriert werden“ zu folgen. Im Gegenteil ist es sogar so, dass eine Trächtigkeit der Gesundheit Deiner Hauskatze im Zweifel sogar schaden könnte.

Auf die körperliche Entwicklung Deiner Katze hat eine Kastration keinen Einfluss, da diese ausschließlich genetisch bedingt ist.

Wie läuft eine Kastration ab?

Kastrieren ist eine Operation, die unter Vollnarkose durchgeführt wird. Vor dem chirugischen Eingriff musst Du darauf achten, dass Deine Wohnungskatzen 8 Stunden vorher absolut nüchtern sein muss, um das Risiko der Narkose so gering wie möglich zu halten.

Bei der Katze werden während der OP die Eierstöcke komplett entfernt. Alternativ kann auch eine zeitlich begrenzte Sterilisation durchgeführt werden, die allerdings regelmäßig aufgefrischt werden muss.

Der Kater verliert bei diesem Eingriff beide Hoden vollständig. Wenn Dich dieser Eingriff und die genau vorgenommenen Tätigkeiten im Detail interessieren, dann frage am besten Deinen Tierarzt einmal danach. Da wir keine Mediziner sind, können wir an dieser Stelle nur von dem Endergebnis berichten.

Die Kosten für eine Kastration variieren zwischen den Tierärzten – selbstverständlich kannst Du die Preise in der jeweiligen Preisliste nachlesen oder vor dem Eingriff erfragen.

Nach der Kastration

Achte in der ersten Zeit nach der Operation besonders darauf, dass Du Deiner Hauskatze nicht zu viel Futter zur Verfügung stellst. Dadurch, dass keine Sexualhormone mehr ausgeschüttet werden und die Wohnungskatzen insgesamt ruhiger werden, ist der Energiebedarf nicht mehr so groß – der Appetit ist jedoch unverändert vorhanden.

Wenn Du hier nicht regulierend eingreifst, kann es zu einer enormen Gewichtszunahme Deiner Hauskatze kommen. Portioniere das Katzenfutter daher so, dass diese etwas weniger zu fressen bekommt, als vorher.

Keine Sorge, Deine Katzen werden sich sehr schnell daran gewöhnen und ihre „schlanke Linie“ problemlos beibehalten können.

Katzen kastrieren – Vorteile und Notwendigkeit einer Kastration
4 (80%) 10 votes

8 Kommentare bei „Katzen kastrieren – Vorteile und Notwendigkeit einer Kastration“

    1. Ich finde die Themen Ihrer Webseite fantastisch. Leider sehr spät gefunden aber nicht zu spät. Meine Bella wurde nach 3 Jahren – Rücksprache mit dem Tierazt – kastriert. Sie hat es wunderbar überstanden. Putzige Fotos mit der „Habe“ sind entstanden. Seitdem sind wir noch enger zusammengerückt und eigentlich unzertrennlich. Sie ist eine reine Hauskatze, kein Kontakt zur Aussenwelt, ausser dem Blick vom Balkon und Pflege durch immer gleiche Nachbarn, bei längerer Abwesenheit, was relativ selten vorkommt. Sie wird im September 6 Jahre und ist heut noch mein Sonnenschein. Auch im Winter oder wenn es regnet 🙂 Vor 6 Jahr brachten meine Kinder ein kleines Wollkneul mit (inkl. Futter, Toilette und Gerätschaften). ich hatte öfters davon gesprochen mir ein Tier (Hund oder Katze) anzuschaffen aber bis dahin nie realisiert. Sie stellten mich also vor vollendete Tatsache. Und Ich: „ich probiere es mal“ Wie gesagt, das ist jetzt 6 Jahre her und ich möchte mein „Mäuschen“ nicht mehr missen.
      Ihre Themen sin sehr hilfreich und können „ALTEN“ und „Neuen“ Katzenliebhabern viel Unterstützung gen. Danke dafür. LG

  1. TIME SPEND WITH CATS IS NEVER WASTED sagt: Antworten

    guten tag ! irgendwie ist es schon recht merkwürdig,dass es zum thema kastration keine seite,meinung oder ansicht gibt die sich nicht dafür ausspricht. wie eine art mantra bekommt man überall das gleiche zu lesen. immer garniert mit solch worten wie, tierschutz,besser fürs tier,gesundheit,längeres leben der katze,schmusiger,keine nachteile für die katze…usw.also durchweg klingt alles nur positiv und wer seine katze nicht unters messer legt ist quasi kein tierfreund. doch ich denke,dass kaum einer ahnt,weiß was er seiner katze damit wirklich antut.katzen sind säugetiere.wie der mensch auch.nur viel kleiner,sensibler und empfindlicher.dieser „kleine“ eingriff stellt für eine katze ,im verhältnis zum menschen gesehen, einen massiven eingriff dar,der durch schmerzen,stress,verwirrtheit und angst einher geht.und das nur um bestimmten vorstellungen von uns menschen gerecht zu werden.man stelle sich mal vor,eine frau erwacht aus einer narkose,völlig benommen,fühlt sich nicht normal,übelkeit,weiß nicht warum,ein komisches gefühl vom unterleib,schmerz…blutige narbe.was empfindet man da als frau?oder als mann?wenn nach der op entdeckt wird,dass die klöten weg sind.nicht zu vergessen müsste es sich natürlich um kinder handeln nicht um erwachsene,da katzen ja auch im kleinkind alter kastriert werden sollen.das wird bei kindern einen ordentlichen seelischen schaden hinterlassen und bei katzen dann natürlich auch.bei katzen hat das nicht selten zur folge,dass sie probleme haben sich mit dem hier und jetzt zu manifestieren.dies kann dadurch zu erkennen sein,wenn katzen in eine richtung starren und dabei abwesend wirkend.nach dem erwachen aus einer narkose,fühlt sich die katze so,als würde sie ihrem ableben entgegen treten,da die signale ihres körpers,der in diesem moment völlig unbrauchbar und voller schmerzen scheint,unmißverständlich sind.sie denkt nicht:hey,toll ich lebe,sondern:oh,ich muß hier weg,raus aus dem körper,mit dem stimmt was nicht.also stellt sie schon mal ne pfote in die nächste tür…die ausgangstür. ihr körper erholt sich aber immer mehr und signalisiert:hey,geht doch wieder.das verwirrt die junge seele der katze und wenn man nicht weiß wie man ihr begegnen und vielleicht helfen sollte,kann sich das negativ für die katze und ihr seelenleben auswirken. wie sehr eine katze durch op`s, mißhandlungen per se gelitten hat,kann man in ihren augen erkennen.je mehr kleine risse,linien,zeichnungen auf der iris zu sehen sind,desto mehr leid und schmerz musste sie ertragen.
    es ist übrigens nicht richtig,dass unkastrierte katzen mehr essen als kastrierte.das gegenteil ist der fall.eine rollige katze ißt während der phase deutlich weniger.sie nehmen in der zeit(1 – 1,5 wochen) sogar etwas ab,trinken aber durch die intensive fellpflege vermehrt.
    auch ist es nicht richtig,dass unkastr.katzen dauernd ihr revier markieren und alles vollpinkeln. für freilebende katzen mag das zutreffend sein,jedoch nicht für whg.katzen die ihr revier kennen.im übrigen markieren auch kastr.katzen bestimmte gegenstände.aber nur winzige tröpfchen.
    eine rollige katze im haus die schreit und tut und macht ist eigentlich sehr leicht zu händeln. schmusen,schmusen,schmusen und nochmals schmusen.denn wenn sie „schreien“ ist das nur ein ruf nach liebe.
    da eine freilaufende katze egal ob kastr. oder unkastr. generell dem strassenverkehr zum opfer fallen kann,halte ich ein doppelt so langes leben bei kastr.katzen für fragwürdig.da kastr.katzen angebl eine bessere bindung(also zutraulicher sind)zum menschen haben fallen diese womöglich öfters katzenhassern in die hände,da die natürliche scheu nicht mehr vorhanden ist.tja.
    katzen begleiten mich beinahe schon mein ganzes leben(49)lang.meist reine whgs.katzen mit auslauf.sowohl kastr. wie unkastr. von der ehrlichkeit der gefühle und zuneigung zum menschen sind unkastr.miezekatzen unverfälschter,lebendiger und draufgängerischer.das sterbealter war bisher ähnlich.die älteste(kleene war ihr name) war tatsächlich kastriert und wurde 21jahre.aber das erreichte alter war wohl eher der siamesischen abstammung zu verdanken.LG

    1. Lieber Katzenliebhaber,
      danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Das Thema Kastration kann mit Sicherheit kontrovers diskutiert werden. Auch wie sich die Gefühlswelt und die Seele nach einem solchen Eingriff entwickelt. Wir können bei unseren Katern keinerlei negative oder bleibende Schäden feststellen. Sie haben die Operation sehr gut überstanden, sind sehr lebendig und wir freuen uns tagein tagaus, dass wir sie haben.
      Wir sind fest davon überzeugt, dass ein kastrierter Kater mit festem Zuhause ein besseres Leben hat, als ein ausgesetzter Kater, der das Ergebnis von streunenden, unkastrierten Katzen / Katern war.
      Schöne Grüße!

  2. Nachdem ich unter den Auto-Unfalltoden meiner ersten drei Katerchen mächtig gelitten habe, wollte ich keine Freigänger mehr. Meine Katerchen Momo und Blizzard sind jetzt reine Wohnungskater, trotzdem habe ich sie im März kastrieren lassen, da waren sie 8 Mon. alt. Beste Erfahrungen, am nächsten Tag war alles komplett überstanden. Sie sind lieb, manchmal etwas scheu aber drollig und meistens recht anhänglich, eben genau so, wie es sein sollte. Mit vielen ‚Miaus‘ Anne, Momo und Blizzard.

    1. Wohnungskatzen Wohnungskatzen sagt: Antworten

      Hallo Anne, super, dass Du Deine positiven Erfahrungen mit uns teilst. Wir freuen uns, dass alles gut ist und Deine Kater nun sicher bei Dir alt werden können ?
      Viele Grüße!

  3. Eichstetter Christine sagt: Antworten

    Mein Kater hat schon markiert in der Wohnung er ist ein reiner Wohnungskater. Es ging mir dabei nicht gut ihn Kastrieren zu lassen.
    Ich habe ihn zum Tierarzt , da wurde er entgegen genommen und ich konnte ihn am spätnachmittag wieder abholen. Er hat mir sehr leid getan. Das hat er mir auch übel genommen, er wollte eine Woche lang nichts von mir wissen, aber mit Geduld und Liebe habe ich ihn wieder zurück.
    Jetzt habe ich eine kleine Maus die ist mir zugelaufen ein liebes kleines Mädchen,jetzt überlege ich ob ich ihr das auch antun soll.

  4. Wir haben unsere geliebte Hauskatze (Weiblich) mit 10 Monaten sterilisiert. Reine Routine OP hat unser Tierarzt gesagt. 3 Tage nach der OP hat sie plötzlich angefangen sehr schnell zu atmen. Wir brachten die Kleine auf Anraten des Tierarztes in die Tierklinik. Dort wurde uns nach dem Röntgenbild gesagt, dass sie die Lunge voll Wasser hat. Dann folgten Therapien und 2 Tage später das Einschläfern. Wir sind am Boden zerstört. Keine genauen Erklärungen, Vermutungen und eine riesige Rechnung….unsere geliebte Katze ist tod.

Schreibe einen Kommentar