Zahnstein bei Katzen – Was kannst Du tun?

Zahnstein bei Katzen: Was Du tun kannst
Zahnstein bei Katzen: Was Du tun kannst

Zahnstein bei Katzen kann richtig gefährlich werden, wenn er in großem Maße Auftritt, nicht rechtzeitig erkannt bzw. richtig behandelt wird.

Wir möchten Dir keine Angst machen, aber in diesem Artikel aufzeigen, warum es wichtig ist, sich auch um die Zahngesundheit von Katzen Gedanken zu machen.

Als wir neulich beim Tierarzt zur jährlichen Impfung unserer Katzen waren, untersuchte dieser den allgemeinen Gesundheitszustand routinemäßig. Während dieser Untersuchung teilte die Tierärztin uns mit, dass bei Leo und Clio etwas Zahnstein zu sehen ist. Clio ist dabei etwas stärker betroffen, als Leo.

Als aufmerksamer Leser unseres Katzenblogs, kennst Du das Leben von Leo und Clio bereits. Zur Sicherheit hier aber noch einmal ein paar Fakten. Leo und Clio sind Brüder und wurden 2011 geboren. Einige Wochen später sind sie dann bei uns eingezogen.

Die beiden sind ausschließlich Wohnungskatzen (neuerdings Hauskatzen) und bekommen tagsüber immer das Trockenfutter von Sanabell. Bei den Geachmacksrichtungen variieren wir regelmäßig.

Häufig gibt es das Futter mit „Thunfisch-Geschmack“, weil die beiden total auf Thunfisch abfahren, aber hin und wieder auch die „Dental“ Variante. Abends bekommen die beiden dann immer ihre Portion Nassfutter.

Wir achten bei der Auswahl darauf, dass das Futter keinen Zucker enthält und auch, dass die beiden genügend trinken. Zum Nassfutter geben wir immer noch etwas Wasser hinzu, damit sie darüber zusätzliche Flüssigkeit aufnehmen können. In unterschiedlichen Artikeln haben wir bereits darüber berichtet, wie Katzen mehr trinken oder wie gut ein Katzenbrunnen als Trinkquelle funktioniert.

Diagnose Zahnstein bei Katzen – Was nun?

Nach der Diagnose waren wir zunächst etwas ratlos, was die Folgen von Zahnstein angeht. Unsere Tierärztin klärte uns umgehend darüber auf, dass dieser Zahnstein das Zahnfleisch angreifen kann – wie auch im menschlichen Gebiss.

Das kann soweit gehen, dass Deine Katze unschöne Rötungen und Entzündungen im Mundbereich erleidet – im schlimmsten Fall!

Aber das möchten wir uns gar nicht so wirklich ausmalen. Daher stellten wir schnell die große Frage: Wie können wir diesen doofen Zahnstein umgehen oder entfernen?

Die Antwort war etwas skurril in unserer Vorstellung: Ganz klar, wie bei uns Menschen auch. Tägliches Zähneputzen hilft auch Katzen!

Denn Zahnhygiene ist auch bei Katzen das A und O. In freier Wildbahn wird der Zahnstein meist bei dem Verspeisen von wilden Tieren abgebaut. Die Knochen dieser Tiere sind hart genug, dass der Zahnstein bei Katzen durch das Reiben der Zähne an den Knochen entfernt wird. Eine gefangene Maus beispielsweise und das anschließende Verspeisen der Knochen kann nämlich ein guter Zahnbürstenersatz sein.

Wohnungskatzen leiden daher noch häufiger an Zahnstein, als freilaufende Katzen. Leider ist das für unsere lieben Wohnungskatzen aber keine Option – in unser Katzengehege wird sich höchstwahrscheinlich keine Maus verirren, während unsere Kater dort unterwegs sind.

Katzen beim Zahnstein entfernen unterstützen

Jetzt sollten wir unseren Katzen beim Zahnstein entfernen also helfen! Aber mit einer Zahnbürste? Ist das wirklich ernst gemeint?

Leichter gesagt als getan! Denn wenn Katzen etwas nicht kennen und das dann auch mit etwas Unangenehmem verbinden, dann werden sie sich mit allem, was sie haben, wehren.

Wir haben es leider versäumt, mit em Zähneputzen schon im Kittenalter zu beginnen. Zu dem Zeitpunkt kannst Du Deinen Katzen nämlich noch zeigen, dass das gar nicht schlimm ist und es zu einer Art Routine etablieren.

Ehrlich gesagt haben wir uns zu dem Zeitpunkt über Zahnstein keine Gedanken gemacht. Wir sind davon ausgegangen, wer auf Zucker verzichtet, kann gar keinen Zahnstein bekommen… Tja, falsch gedacht! Und jetzt haben wir den Salat.

Zahnstein kommt in den besten Katzenfamilien vor

Ca. 70 aller Katzen über drei Jahre leiden an Zahnstein. Dieser Zahnstein kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen.

Meist sind es Futterreste die als Belag auf den Zähnen kleben bleiben. Die erste Schicht ist noch relativ undramatisch. Aber wenn sich dann mehrer Schichten übereinander verhärten, wird es unschön.

Man merkt es auch an der Katze selbst, ohne dass man großartig auf die Zähne schauen muss. Ein erstes Anzeichen für Zahnstein bei Katzen ist nämlich ein übler Mundgeruch. Auch Clio riecht aus dem Mund etwas streng. Wir haben es aber nie auf den Zahnstein zurückgeführt. Und tatsächlich kann Mundgeruch bei Katzen natürlich auch andere Ursachen haben.

Meist entsteht der Zahnstein zuerst an den oberen und unteren Backenzähnen.

Neben dem Zähneputzen kannst Du es auch mit Zahnpflegeleckerlies probieren. Diese sind meist etwas größer als das normale Futter, sodass die Katzen mehr kauen müssen.

Eine natürliche Alternative für die Zahnpflege bei Katzen können Büffelhautknochen sein. Hier haben wir jedoch gelesen, dass nicht jede Katze wirklich Lust darauf hat. Wir selbst haben es noch nicht getestet, aber das werden wir auf jeden Fall noch tun und Dir dann natürlich an dieser Stelle berichten.

Aber Vorsicht! Bitte füttere Deinen Katzen niemals gekochte Geflügelknochen. Diese können bzw. werden splittern und somit schwere Verletzungen im Rachen und Verdauungstrakt verursachen.

Behandlung von Zahnstein bei Katzen

Die Tierärztin sagte, dass man den Zahnstein beispielsweise mit einer Ultraschallbehandlung behandeln kann. Dafür muss die Katze jedoch in eine Vollnarkose gelegt werden. Wie wir ja wissen, ist jede Narkose mit einem Risiko verbunden.

Bei Leo und Clio ist Zahnsteinbefall bisher glücklicherweise noch nicht so stark, dass sie einen Eingriff zum jetzigen bereits empfiehlt. Wahrscheinlich ist es in den nächsten Jahren dann aber soweit, dass der Zahnstein behandelt werden muss.

Da wir natürlich nicht wollen, dass Leo und Clio eine solche Behandlung über sich ergehen lassen müssen, werden wir nun deutlich stärker und konsequenter auf die Zahnhygiene achten.

Auf unserer ToDo-Liste stehen dabei folgende Maßnahmen:

  • Büffelhautknochen
  • Katzen-Zahnpasta (diese gibt es sogar mit Hühnchengeschmack 🙂 )
  • Zahnpflegeleckerlies

Hast Du auch schon Erfahrungen mit Zahnstein bei Deinen Katzen machen müssen? Welche Behandlung war notwendig und was hast Du in der Folge getan, damit der Zahnstein sich nicht mehr bilden kann?

Zahnstein bei Katzen – Was kannst Du tun?
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6 Replies to “Zahnstein bei Katzen – Was kannst Du tun?”

  1. Hallo,

    mein Kater Elvis neigt leider auch zu Zahnstein, verbunden mit FORL. Das ist eine schmerzhafte Zahnkrankheit bei der die Löcher sozusagen von unten/innen entstehen. Man sieht sie also nur auf dem Röntgenbild. Hat eine Katze Zahnstein, sollte man unbedingt auch abklären, ob sie FORL hat. Bei Elvis mussten vier Zähne gezogen werden 🙁

    Jetzt bekommt er ein spezielles Trockenfutter mit großen Kroketten als Leckerlis. Dazu reibe ich das Maul täglich mit einem Medikament gegen Zahnstein ein. Die Büffelhautknochen muss ich mir mal ansehen.

    Alles Gute für die Zähne von Leo und Clio!

    Liebe Grüße
    Bärbel

    1. Wohnungskatzen Wohnungskatzen sagt: Antworten

      Hallo Bärbel, hatte deine Katze Schmerzen, oder ist diese Erkrankung im Rahmen einer normalen Untersuchung aufgetreten.
      Welches Trockenfutter verwendest Du aktuell?
      Viele Grüße von den Wohnungskatzen

  2. Hallo,

    mir ist nur aufgefallen, dass Elvis etwas mehr Mundgeruch hat. Die Tierärztin hat dann bei einer Routineuntersuchung den Zahnstein und die Entzündungen entdeckt. Daraufhin hat sie ein Röntgen unter Vollnarkose veranlasst, mit der Option löchrige Zähne gleich zu ziehen. Es sind dann vier Zähne geworden.

    Als Trockenfutter bekommt er Royal Canin Dental, aber nur wenig. Da kaut er wirklich drauf herum. Die Büffelhautknochen habe ich mir inzwischen angesehen, ich bin mir fast sicher, dass Elvis zu faul ist, diese abzunagen 😉

    Liebe Grüße
    Bärbel

    PS: Ich werde mich die Tage noch in einer anderen Angelegenheit per E-Mail bei euch melden 🙂

    1. Wohnungskatzen Wohnungskatzen sagt: Antworten

      Oha! Diese Vollnarkose wollen wir unseren Katern eigentlich ganz gerne ersparen. Jetzt heißt es erst einmal die Zahnpasta und die Knochen besorgen. Dann sehen wir weiter, was unsere beiden Tiger dazu sagen 🙂

      Komm gerne per Mail auf uns zu. Über info@wohnungskatzen-online.de erreichst Du uns direkt.

      Schöne Grüße

  3. Meine Larissa war eine „Russisch blau“ und musste vor einer Woche aufgrund von Nierenversagen leider eingeschläfert werden. Sämtliche Behandlungen und Fütterungsversuche schlugen fehlt.
    Ich hatte sie vor zwei Jahren, zusammen mit zwei weiteren Katzen, aus einem Tierheim. Nach einem Jahr viel mir der üble Geruch aus ihrem Maul auf. Der Besuch bei meiner Tierärztin bestätigte mein Verdacht: Heftiger Zahnstein! Und das, obwohl Larissa bis zu ihrem Lebensende über 470 Mäuse gefangen und größtenteils auch gefressen hat. Larissa wurde auf etwa 8 Jahre geschätzt. Als sie zur Zahnsteinbehandlung sediert wurde, vielen auch fünf Zähne auf, die entweder ein Loch hatte oder schon locker waren und entfernt werden mussten. Nach einem halben Jahr bemerkte ich erneut diesen Geruch aus ihrem Maul und es wurde wieder Zahnstein diagnostiziert und zwei Zähne, die gezogen werden mussten.
    Da ich eine sehr gute Tierärztin habe, hatte sie natürlich den Verdacht, dass auch die Nieren einen Schaden davongetragen haben könnten. So wurde noch ein Ultraschallbild beider Nieren gemacht und Blut für ein Blutbild entnommen. Leider bestätigte sich der Verdacht, dass die Nieren nur noch die Hälfte ihrer normalen Größe hatten. Die nächsten Monaten folgten diverse Infusionen und Behandlungen, da Larissa das für sie wichtige und spezielle Nierenfutter nicht annahm. Sämtliche Versuche es zu vermischen führten zu nichts. Zuletzt verweigerte sie auch sämtliches Futter. Grund hierfür ist auch das Nierenversagen, das zu Übelkeit führen kann und zur Folge hat, dass die Katze nichts mehr frisst.

    Letztendlich war es schon sehr ungewöhnlich, dass eine Katze nach so kurzer Zeit eine Zahnsteinbehandlung nötig hatte. Ursache war hier sehr wahrscheinlich ein Gendefekt, der bei Rassekatzen öfter auftreten kann als bei normalen europäischen Kurzhaarkatzen. Der Zahnstein führte nach und nach zur Entzündung des Zahnfleisches und somit irgendwann zur Schädigung der Nieren.

    Ich kann leider aufgrund dieser traurigen Erfahrung den Haltern von Katzen (insbesondere von Rassekatzen) nur empfehlen, ihre Katze in regelmäßigen Abständen von einem Tierarzt nach Zahnstein und schlechten Zähnen untersuchen zu lassen. Die Erkennungsmerkmale von Nierenversagen sind so unterschiedlich wie ihre Ursachen und auch für jemanden wie mich, der seit 45 Jahren mit Katzen lebt, manchmal schwer oder auch gar nicht zu erkennen…

    1. Danke für Deinen Kommentar, Nils! Wir hoffen, dass Deine Erfahrungen weiteren Lesern helfen werden, damit Zahnstein rechtzeitig behandelt wird und die kleinen Fellnasen immer ein langes, gesundes Leben genießen können 🙂

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