Katzensprache – Wie Katzen sich ausdrücken

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In unserem ersten Beitrag zum Thema Katzensprache haben wir Dir das Flehmen bei Katzen bereits ein wenig näher gebracht. Heute möchten wir nun das Thema ein wenig erweitern, da die Sprache der Katzen ein wesentliches Thema im täglichen Umgang von Mensch und Tier ist.

Höchstwahrscheinlich kennst Du es auch, Deine Wohnungskatze sitzt vor Dir und schaut Dich mit großen Augen an.

Häufig passiert es, dass wir  unsere Katzen dann direkt ansprechen und sie fragen, was sie denn möchte? Eigentlich eine sehr rhetorische Frage, da selbst ein „Miau“ Deiner Katze natürlich keine sonderlich ausdrucksstarke Antwort ist.

Dabei kann man vieles der Katzensprache direkt von ihrer Mimik und Gestik ablesen.

Verschiedene Ausprägungen der Katzensprache

Flehmen:

Flehmen ist das Riechen über Mund und Zunge, dabei harrt die Katze vor einem interessanten Duft aus und öffnet den Mund, um alle Facetten dieses Geruchs wahrnehmen zu können.

Eine ausführliche Beschreibung zu diesem Thema findest Du hier: Wenn Katzen mit dem Mund riechen…

Treteln, bei uns auch liebevoll Stricken genannt:

Bei diesem Verhalten „trampelt“ die Katze mit abwechselnd ein- und ausgefahrenen Krallen auf einem meist weichen Untergrund. Dieses Verhalten stammt aus der Kindheit der Katzen, in der sie das Treteln bei ihrer Katzenmutter anwenden, um den Milchfluss im Gesäuge anzuregen.

Katzen treteln meist bei einer Bezugsperson und oder in Situationen, in denen sie sich rundum wohlfühlen.

Bei uns gibt es eine Kuscheldecke, auf der Clio regelmäßig zu sportlichen Höchstleistungen ansetzt und bereits das ein oder andere Mal die Marathondistanz erreicht hat.

Übrigens: Tretelt eine Katze nicht, heißt das nicht direkt, dass sie sich unwohl fühlt. Das ist von Katze zu Katze ganz verschieden. Leo schmiegt sich lieber an uns heran und schnurrt laut, wenn er sich wohlfühlt. Ihn konnten wir noch nie beim Treteln beobachten.

Zähneklappern, oder auch Schnattern:

Wenn die Katzen sprichwörtlich vom Jagdfieber gepackt werden, dann geht es los. Entdeckt die Wohnungskatze ein (meist unerreichbares) Beutetier, wie eine Fliege oder einen Käfer, so fängt der Unterkiefer automatisch an zu „klappern“.

Dieses Schnattern kann von den Katzen nicht direkt gesteuert werden, sondern beginnt instinktiv, sobald das Beutetier ins Visier genommen wurde. Dabei entsteht ein interessantes Geräusch, das sich ein wenig wie ein Meckern oder Jaulen anhört.

Gähnen:

Gähnt Deine Katze Dich an, so signalisiert sie Dir Zustimmung. Ebenfalls sendet sie mit ihrer Körpersprache das Signal, dass sie gerade friedlich gestimmt ist und keinerlei Interesse an einem Konflikt hat.

Sie bittet Dich gleichzeitig darum, dass auch Du friedlich zu ihr sein mögest – eigentlich selbstverständlich, oder? 🙂

Natürlich kommt das Gähnen nicht nur in Verbindung mit dem Senden von Signalen vor. Leo und Clio gähnen beispielsweise sehr häufig, wenn sie gerade aufgewachen oder extrem müde sind. Klar signalisieren sie auch hierbei, dass sie sich wohlfühlen und keinerlei Jagd-Absichten haben.

Völlige Entspannung:

Hat die Katze ihre Augen halb geschlossen und die Ohren in einer normalen Position, so ist sie total entspannt.

Bei unseren beiden Katzen können wir häufig beobachten, dass die Augen in diese Zustand immer wieder zufallen. Es ist quasi der Zustand kurz bevor sie tatsächlich einschlafen. Sie entspannen sich und genießen einfach.

Nasenstüber:

Gibt Deine Katze Dir einen Nasenstüber, dann möchte sie ausdrücken: Ich mag Dich!
Dieses Verhalten ist soooo süß – aber auch wieder total individuell.

Auch das Reiben des Katzenkopfes an dem menschlichen Kopf, oder das vorsichtige Lecken an der menschlichen Nase sind starke Signale für eine große Zuneigung und ein starkes Vertrauen.

„Kopfnuss“:

Eine liebevolle Kopfnuss Deiner Katze, ist eine Art Willkommensgruß, der auf freudige Art zeigen soll: „Schön, dass Du wieder da bist!“.

Bei unseren Katzen können wir dieses Verhalten nicht nur beim Betreten der Wohnung feststellen sondern auch, wenn wir am Tisch sitzen und z.B. am Zeitunglesen sind. Hierbei bedeutet dies vielmehr: „Schön, dass Du hier bist!“ oder „Ich mag Dich!“

Buchtipp: Viele Buchautoren haben sich ebenfalls mit dem Thema Katzensprache auseinandergesetzt und darüber sehr viel geschrieben. Für interessierte Leser gibt es bei Amazon.de eine gute Übersicht über Bücher zum Thema Katzensprache.

Noch mehr zum Thema Katzensprache findest Du in diesem Artikel: Katzensprache verstehen – Wie kommunizieren Katzen?

Katzensprache – Wie Katzen sich ausdrücken
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5 Kommentare bei „Katzensprache – Wie Katzen sich ausdrücken“

  1. Also ich wusste schon vorher, dass unsere Katze rund um glücklich ist, aber der Artikel hat nochmal gezeigt wie sehr unsere Katze uns mag 🙂
    Besonders bei mir macht er das häufig mit dem Treten. Teilweise sogar auf mir drauf, was dann auch ein bisschen weh tun hat, aber egal 😀

    Weiß man denn was es bedeutet, wenn man mit der Katze spricht und sie zurück miaut? Das hört sich vielleicht ein bisschen komisch an aber wenn wir unsere Katze ansprechen miaut er immer zurück 😀

  2. Sehr interessanter Artikel ☺️

  3. Und ich dachte das Trampeln wäre ein Signal dass die Katze irgendwas braucht oder unzufrieden ist?
    Kann man da nun Rückschlüsse ziehen, wenn das Tier in einem Haushalt / WG von mehreren Personen zeitweise abwechselnd betreut wird, sich unterschiedlich zufrieden fühlt, wenn sie nur bei bestimmten Personen trampelt?

    1. Wohnungskatzen Wohnungskatzen sagt: Antworten

      Nein, während Clio tretelt schnurrt er zufrieden und schließt dabei teilweise sogar die Augen.
      Leo tretelt gar nicht, noch nie. Trotzdem kuschelt er sich gerne an uns ran, um sich streicheln zu lassen.
      Wahrscheinlich ist es bei euch so, dass eure Katze einzelne Personen lieber mag, als andere. Was nicht bedeutet, dass sie sich unwohl fühlt, nur weil sie nicht tretelt…

  4. Schuster, Wolfram sagt: Antworten

    Unser Kater (BKH) ist jetzt 17 Wochen alt und hat seit ein paar Tagen eine Angewohnheit, nachdem er geschlafen hat, sich an den Hals schmiegt, schnurrt und wie verrückt anfängt am Hals oder Ohren zu lecken. Dabei speichelt er enorm und pumpt mit den Füssen (die Krallen sind nur ein klein wenig ausgefahren). Auch wenn man ihn wegnimmt, versucht er sofort die gleiche Position wieder zu suchen um weiterzumachen.Das dauert so etwa 10 Minuten. Dann ist er wieder ganz normal.

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