Katzen vertragen sich nicht mehr – Was kann man tun?

Fast immer ein Herz und eine Seele: Unsere zwei Katzen vertragen sich meistens
Fast immer ein Herz und eine Seele: Unsere zwei Katzen vertragen sich meistens

In unserem Adventskalender 2015 haben wir Dich gefragt, welche Themen Du gern in diesem Jahr bei uns lesen möchtest und wo Deine Interessen liegen. Dabei kamen häufiger antworten, wie „Katzen zusammenführen“ oder „meine Katzen vertagen sich nicht mehr – was kann ich tun?“

Wie der Zufall es so wollte, kam an einem Sonntag im Vox Magazin „Hund, Katze, Maus“ ein Beitrag zu genau diesem Thema: „Plötzlich sind die Katzen Feinde“. Diese sehr interessanten Inhalte, möchten wir für Dich einmal zusammenfassen und Dir das Thema etwas näher bringen.

Da wir selbst so eine Situation bisher – zum Glück – noch nicht erlebt haben, können wir in diesem Fall nicht von unseren beiden Katern berichten und damit keine eigenen Erfahrungen weitergeben. Ein solcher TV-Beitrag inkl. der Anleitung, was man tun kann, ist da in unserem Fall genau die richtige Inspiration.

Nicht nur wenn Du eine neue Katze in ein bereits bewohntes Revier bringen möchtest (weil Du Dir beispielsweise eine zweite Katze kaufst), sondern auch wenn Deine Katzen sich plötzlich nicht mehr verstehen, dann wird dieser Artikel für Dich relevant sein.

Katzen vertragen sich nicht mehr

Wir können es uns nicht wirklich vorstellen, weil Leo und Clio glücklicherweise wie ein Herz und eine Seele sind, aber es kann durchaus passieren, dass Deine Katzen sich nicht mehr verstehen. Sie können vorher noch so verschmust gewesen sein, plötzlich verändern sie sich.

Auf einmal stehst Du vor einer extrem großen Herausforderung, denn Deine Katzen vertragen sich nicht mehr. Doch wie kann das überhaupt passieren?

Ein Auslöser dabei kann der Besuch beim Tierarzt sein. In dem TV-Beitrag war es so, dass eine der beiden Katzen krank war und häufiger in ihrer Transportbox zum Tierarzt musste. Die andere Katze – die per se Angst vor dem Tierarzt hat – hingegen verlieb währenddessen in der Wohnung und hatte das Revier kurze Zeit für sich alleine.

Nachdem die kranke Katze nun vom Tierarzt zurückgekehrt war, hatte die andere Katze die Gerüche vom Tierarzt wahrgenommen. Diese Gerüche lösten Angst und damit eine extrem starke Abneigung aus, die wiederum zu einer Anfeindung geführt haben. Ausgedrückt wurde dies z.B. durch Anfauchten und Angreifen.

Durch die überraschende Reaktion seines (ehemaligen) Freundes gepaart mit dem Stress nach dem Tierarztbesuch, startete die kranke Katze einen Gegenangriff. Diese vielen schlechten Erfahrungen (Tierarzt, Attacke des Freundes) summierten sich auf und sorgten in diesem Fall dafür, dass sie sich schlagartig entluden.

Katzen sind nachtragend

Ja, Katzen sind nachtragende Tiere. Vielleicht hast Du es selbst schon einmal erlebt, dass Deine Katze Dich einen ganzen Tag nicht einmal mit dem Hinterteil angeschaut hat, weil sie „sauer“ auf Dich war? Falls nicht: Wir kennen dieses Szenario. Glücklicherweise aber nicht nicht über einen längeren Zeitraum als 2-3 Stunden 🙂

Wenn sie jedoch scharf angefeindet werden, dann können Katzen scheinbar sehr stur sein und dies dem Gegenüber längere Zeit extrem übel nehmen. Wenn diese Gemütslage nun gleich bei 2 Katzen vorliegt, dann scheint eine kurzfristige Deskalation erst einmal nicht möglich. Das angespannte Verhältnis zwischen den Katzen wird andauern.

Jetzt heißt es „Aktiv werden“ für uns Menschen. Wir können aktiv eingreifen und den Katzen helfen, sich wieder aneinander zu gewöhnen. Schließlich soll ein Besuch beim Tierarzt ja nicht dafür sorgen, dass eine Freundschaft dauerhaft in die Brüche geht.

Selbstbewusstsein der Katze aufbauen

Der erste Schritt ist zunächst die Separierung der beiden Katzen. Sie sollen sich fortan nicht mehr über den Weg laufen. Nicht einmal sehen dürfen sie sich. Du kannst das z.B. lösen, indem Du einer Deiner Katzen ein Zimmer Deiner Wohnung einrichtest (mit Katzenfutter und Katzenklo), das permanent geschlossen bleibt.

Nun geht es in die Einzelarbeit mit beiden Katzen. Nimm Dir ausreichend Zeit und sei dabei stets die Ruhe selbst. Katzen spüren es nämlich, wenn Du aufgeregt oder nervös bist, was sich wiederum negativ auf das Training auswirken wird.

Was genau das Selbstbewusstsein Deiner Katze stärkt, das hängt ein wenig von ihren Vorlieben ab. Schmust Deine Katze besonders gern mit Dir oder tobt sie lieber ausgelassen und jagt Bällen oder sonstigem Spielzeug hinterher?

Diese besonders positiven Erfahrungen solltest Du jetzt ganz intensiv ausleben und fördern – natürlich bei beiden Katzen im Wechsel. Belohne Deine Katze gern hin und wieder mit Leckerlies beim Spielen, sodass sie sich rundum zufrieden und wohl fühlt.

Das ausgibige Training kann mitunter relativ lange dauern. Nach einem Tag oder einer Woche wird es wahrscheinlich noch nicht soweit sein, dass Du eine Zusammenführung wagen kannst. Erst wenn Du bei beiden Katzen das Gefühl hast, dass sie Dir gegenüber wieder vollkommen normal sind und sich sichtlich in der neuen Situation wohl fühlen bzw. gänzlich entspannt sind, dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um beide Katzen vorsichtig etwas näher zusammen zu bringen.

Die Zusammenführung von Katzen

Das ist ein sehr spannendes Ereignis, von dem sehr viel abhängt. Eine gute Vorbereitung ist wichtig, damit später alles glatt laufen kann. Bei der Zusammenführung von Katzen solltest Du zunächst darauf achten, dass sich die Katzen nicht zu nah kommen können. Eine Gittertür im Türrahmen (am besten selbstgebastelt mit einem Katzennetz gespannt auf 4 Brettern, die sich genau in den Türrahmen einpassen) kann beispielsweise dafür sorgen, dass zwar ein Sichtkontakt möglich wird, ein direktes Aufeinandertreffen jedoch nicht.

Für den ersten Annäherungsversuch Deiner Katzen solltest Du Dir Deinen Partner oder einen Freund zur Hilfe nehmen. Auf jeder Seite der Tür wird eine Person positioniert, die jeweils mit einem guten Vorrat an Leckerlies ausgestattet ist.

Anschließend kann der große Moment kommen. Öffne die Zimmertür, sodass Deine Katzen sich theoretisch sehen könnten. Falls sich die beiden Fellnasen gerade nicht für die offene Tür interessieren, rufe sie einfach zu Dir. Und genau jetzt ist es wichtig, sehr besonnen und unaufgeregt weiter zu arbeiten.

Wirf Deiner Katze immer wieder Leckerlies zu, sodass sie sich auf Dich und diese Leckereien fokussiert und nicht auf die Katze auf der anderen Seite der Tür. Das muss gleichzeitig natürlich auf der anderen Seite auch gemacht werden, sodass beide Katzen beschäftigt sind.

Alternativ kannst Du hier auch auf das Clicker-Training für Katzen setzen und mit beiden Katzen clickern – das ist ebenfalls eine tolle Ablenkung.

Durch die offene Tür, werden die Katzen sich zumindest riechen. Damit sie jedoch nicht direkt wieder aufeinander zu stürmen, müssen sie abgelenkt werden. Durch das Futter, soll wieder ein positives Erlebnis geschaffen werden. Diesmal mit dem Schwerpunkt, die andere Katze vis-à-vis zwar wahrzunehmen, sie aber nicht sonderlich zu beachten.

Mehrere kurze Zusammentreffen durchführen

Strapaziere die Nerven Deiner Katzen anfangs nicht zu lange. Schon nach wenigen Minuten kann die Tür wieder geschlossen werden. Wiederhole diesen Vorgang mehrfach (an unterschiedlichen Tagen) und steigere dabei die Verweildauer permanent.

Deine Katzen sollten sich nach und nach ganz behutsam annähern und im besten Fall positiv miteinander agieren. Wenn Du bemerkst, dass sie mit ihrer Katzensprache signalisieren, Angst zu verspüren und vielleicht sogar böse aufeinander zugehen, dann greife direkt ein und trenne sie wieder. Je nach Tagesform kann das auch nach mehreren erfolgreichen Annäherungen passieren.

Sobald Du das Gefühl hast, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine komplette Zusammenführung gekommen sein könnte, dann versuche es einfach. Auch hier ist es ratsam, zu zweit zu arbeiten und die Katzen bei komplett offener Gittertür langsam beim Spielen oder Clickern mit den Leckerlies näher zueinander zu bringen.

Das „Bestechen“ soll wirklich helfen, positive Assoziationen mit der Situation zu erschaffen. Irgendwann stehen sie einander direkt gegenüber und beschnuppern sich hoffentlich neugierig.

Schlussendlich sollte die Zusammenführung der Katzen nun geglückt sein. Um sich diesen Stress erneut zu ersparen, kann es durchaus sinnvoll sein, sensible Katzen immer zusammen zum Tierarzt zu bringen – auch wenn nur eine untersucht werden soll.

Rescue-Tropfen als zusätzliche Hilfe

Um bei der gesamten Zusammenführung für eine entspannte Stimmung zu sorgen, können pflanzliche Rescue-Tropfen für Katzen als Unterstützung zur Hilfe genommen werden. Auch für Dich können ein paar Tropfen nicht schaden, falls Du dazu neigst, sehr nervös und aufgeregt zu sein 🙂

Wir selbst haben diese Rescue-Tropfen unseren Katzen für unseren Umzug gegeben, damit der Stress nicht zu stark wurde. Und sie haben tatsächlich ein wenig geholfen.

Katzen vertragen sich nicht mehr – Was kann man tun?
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1 Kommentar

  1. Ein sehr guter und informativer Beitrag!
    Wir hatten dasselbe als Katze Nr. 3 „Matt“ einzog.
    Matt & Cleo (Bengal / ägyptische Mau) waren anfangs wie Sommer und Winter und durch deren enorme Aktivität und Schnelligkeit wurde es wirklich zum Problem.
    Gott sei Dank verstand und versteht sich Katze 3 sehr gut mit beiden und schreitet dann regelmäßig als „Vermittler“ ein.
    Nach zwei Jahren ist es schon viel besser geworden, aber ein kritischer Blick bleibt immer …

    Liebe Grüße
    Cleo, Manet, Matt & Herrchen Felix

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