Ratgeber

Weihnachtsstern, Amaryllis, Mistel: welche Weihnachtspflanzen für Katzen giftig sind

Bastian Veröffentlicht am 18. Oktober 2026 8 Min. Lesezeit
Weihnachtsstern, weiße Amaryllis und ein Mistelzweig stehen auf einem hohen Wandregal, darunter sitzt eine grau-weiße Katze neben Katzengras und schaut hinauf

Der Weihnachtsstern hat einen schlimmeren Ruf, als er verdient. Für deine Katze ist er unangenehm, selten aber gefährlich. Ernster sind andere Pflanzen, die im Dezember ins Haus kommen, vor allem Amaryllis, Christrose und Lilien im Blumenstrauß. Welche du meidest, woran du eine Vergiftung erkennst und was du dann tust, steht hier nach Gefahr sortiert.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Weihnachtsstern gilt als leicht giftig. Sein Milchsaft reizt Maul und Magen, schwere Vergiftungen sind bei den Zuchtformen selten.
  • Amaryllis, Christrose und Kalanchoe sind deutlich giftiger und gehören außer Reichweite deiner Katze.
  • Lilien in Sträußen und Gestecken sind für Katzen ein Notfall, schon Blütenstaub oder Vasenwasser kann die Nieren schädigen.
  • Der Weihnachtskaktus gilt als ungiftig.
  • Typische Zeichen einer Vergiftung sind Speicheln, Erbrechen, Durchfall und Mattigkeit.
  • Im Notfall löst du kein Erbrechen aus, sondern rufst die Tierarztpraxis oder den Notdienst an und nimmst Pflanzenrest oder Foto mit.

Die Hinweise ersetzen keine tierärztliche Untersuchung. Wenn du unsicher bist, ruf lieber einmal mehr in der Praxis an.

Wie giftig ist der Weihnachtsstern wirklich?

Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) gehört zu den Wolfsmilchgewächsen. Brichst du ein Blatt ab, tritt weißer Milchsaft aus. Er enthält Reizstoffe, die Schleimhäute, Haut und Augen reizen. Kaut deine Katze an der Pflanze, brennt ihr das im Maul. Sie speichelt, schüttelt den Kopf und erbricht oft. Manchmal kommt Durchfall dazu.

Hochgiftig ist er nicht, harmlos aber auch nicht. In der Wildform aus Mittelamerika stecken deutlich mehr Reizstoffe als in den Zuchtformen, die du im Dezember im Supermarkt oder Gartencenter kaufst. Die amerikanische Tierschutzorganisation ASPCA, die eine große Datenbank zu Giftpflanzen führt, stuft den Weihnachtsstern zwar als giftig ein, nennt seine Giftigkeit aber „generally over-rated“, also allgemein überschätzt. Lebensgefährliche Vergiftungen sind bei Katzen selten.

Ganz entwarnen musst du trotzdem nicht. Eine sehr kleine, junge oder kranke Katze verträgt weniger, und wenn sie viel frisst, erbricht sie öfter und verliert Flüssigkeit. Gerät Milchsaft ins Auge, kann er die Bindehaut entzünden. Stell den Weihnachtsstern deshalb dorthin, wo deine Katze nicht hinkommt. Bei einer Katze, die alles anknabbert, nimmst du besser eine Kunstpflanze.

Seidenblumen Roß Großer Weihnachtsstern Nature 38cm samt-rot im Topf PM

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Weihnachtspflanzen im Vergleich: von mild bis gefährlich

Die Tabelle sortiert die Pflanzen, die im Advent typisch sind, nach ihrer Gefahr für Katzen. Die Einstufung folgt den Angaben der ASPCA und der US-Arzneimittelbehörde FDA zu Lilien. Sie hilft dir bei der Entscheidung, was du aufstellst. Wie stark eine Katze reagiert, hängt aber davon ab, wie viel sie frisst und wie groß und gesund sie ist.

PflanzeGiftiger TeilMögliche SymptomeEinstufung
Weihnachtskaktuskeiner bekanntin größeren Mengen Erbrechen durch Pflanzenmaterialungiftig
Nadelbaum (Tanne, Fichte)Nadeln, Harz, Baumwassergereiztes Maul, Erbrechen, Magenreizunggering
WeihnachtssternMilchsaft in allen TeilenSpeicheln, Erbrechen, gereizte Augenleicht giftig
Stechpalme (Ilex)Beeren, BlätterErbrechen, Durchfall, Mattigkeit, Verletzung durch Stachelnleicht bis mittel
Efeu im KranzBlätter, BeerenSpeicheln, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfallmittel
MistelBlätter, Stängel, BeerenErbrechen, Durchfall, bei größeren Mengen langsamer Herzschlagmittel
Narzisse, Hyazinthe im Gesteckvor allem die ZwiebelErbrechen, Durchfall, Speicheln, bei größeren Mengen Zittern und Herzrhythmusstörungenmittel bis stark
Kalanchoealle TeileErbrechen, Durchfall, selten Herzrhythmusstörungenmittel bis stark
Amaryllis (Ritterstern)alle Teile, am meisten die ZwiebelErbrechen, Speicheln, Durchfall, Bauchschmerzen, Zitternstark giftig
Christrosealle Teile, besonders Wurzel und SamenSpeicheln, Bauchschmerzen, Durchfall, Mattigkeit, Herzrhythmusstörungenstark giftig
Lilien und Taglilien im Straußalle Teile, Blütenstaub, VasenwasserErbrechen, Appetitlosigkeit, danach Nierenversagenlebensgefährlich

Lilien: der eigentliche Notfall

Lilien sind im Advent kein Topfklassiker, stecken aber oft in Sträußen, Gestecken und Blumengrüßen von Gästen. Für Katzen gehören sie zu den gefährlichsten Pflanzen überhaupt. Laut FDA ist die ganze Pflanze giftig, auch der Blütenstaub und das Wasser in der Vase. Betroffen sind echte Lilien (Lilium), etwa Oster-, Tiger- oder Orientalische Lilien wie die Stargazer, und Taglilien (Hemerocallis). Schon eine kleine Menge kann ein akutes Nierenversagen auslösen.

Der Verlauf ist tückisch, weil deine Katze anfangs nur leicht krank wirkt. In den ersten zwölf Stunden erbricht sie, speichelt, frisst nicht und ist ruhiger als sonst. Danach scheint es ihr manchmal besser zu gehen, während die Nieren schon Schaden nehmen. Nach ein bis drei Tagen versagen die Nieren, ohne Behandlung endet das tödlich. Je früher deine Katze in die Praxis kommt, desto besser sind ihre Chancen. Nach Angaben der FDA ist der Nierenschaden meist nicht mehr umkehrbar, wenn die Behandlung erst 18 Stunden oder später beginnt.

Kauf deshalb keine Sträuße mit Lilien, solange eine Katze bei dir lebt, und bitte auch deine Gäste darum. Bekommst du trotzdem welche, stell sie in einen Raum, in den deine Katze nicht kommt. Einige Pflanzen heißen nur Lilie. Calla und Einblatt (Friedenslilie) reizen mit ihren Kristallen das Maul, lösen aber kein Nierenversagen aus. Auch hier schadest du deiner Katze nicht, wenn du sie zur Sicherheit wegstellst.

Der Weihnachtsbaum

Ein Nadelbaum zählt nicht zu den stark giftigen Pflanzen. Kaut deine Katze auf Nadeln, können sie Maul und Magen reizen, und sie werden schlecht verdaut. Ätherische Öle und Harz reizen zusätzlich. Das Wasser im Ständer deckst du ab, weil es Dünger, Frischhaltemittel oder Keime enthalten kann. Wie du Baum und Deko katzensicher machst, steht unter Weihnachten mit Katze.

Symptome einer Vergiftung

Die meisten Pflanzengifte zeigen sich zuerst im Maul und im Magen. Achte nach dem Kontakt mit einer Pflanze auf diese Zeichen:

  • starkes Speicheln, Schmatzen oder Pfoten am Maul
  • Erbrechen, oft mehrmals hintereinander
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Mattigkeit, Rückzug, ungewohnte Ruhe
  • gerötete, tränende Augen nach Kontakt mit Milchsaft

Ein einzelnes Erbrechen nach dem Knabbern am Weihnachtsstern ist häufig und geht meist von allein vorbei. Erbricht deine Katze ständig oder über längere Zeit, hilft dir Katze kotzt ständig bei der Einordnung weiter.

Sofort zum Tierarzt oder Notdienst, wenn deine Katze

  • an einer Lilie war, auch ohne Symptome,
  • Teile von Amaryllis, Christrose, Kalanchoe, Mistel oder einer Blumenzwiebel gefressen hat,
  • zittert, taumelt oder einen Krampfanfall hat,
  • schwer oder hastig atmet,
  • sehr matt ist und kaum noch reagiert,
  • wiederholt erbricht und nichts mehr bei sich behält,
  • weniger oder gar keinen Urin mehr absetzt.

Katze hat an einer Pflanze geknabbert, was tun?

Bleib ruhig und geh die Schritte der Reihe nach durch. Am meisten hilft deiner Katze ein klarer Anruf in der Praxis.

  1. Nimm die Pflanze weg und entferne Reste aus dem Maul, wenn deine Katze das zulässt und du dich dabei nicht verletzt.
  2. Wisch Milchsaft oder Blütenstaub ab. Ein feuchtes Tuch reicht für Maul und Pfoten. Hat sie Lilienpollen im Fell, wasch die Stelle mit lauwarmem Wasser aus, damit sie nichts mehr ableckt.
  3. Lös kein Erbrechen aus. Gib ihr kein Salzwasser, keine Milch und kein Öl. Salzwasser kann eine Katze selbst vergiften, und Hausmittel verzögern nur die Behandlung. Frisches Wasser darfst du ihr anbieten.
  4. Ruf die Tierarztpraxis an. Sag, welche Pflanze es war, wann es passiert ist und wie viel deine Katze ungefähr gefressen hat. Die Praxis entscheidet, ob du kommen sollst. Bei einer Lilie oder den Pflanzen aus der Sofort-Liste oben fährst du ohne Abwarten hin.
  5. Nimm die Pflanze mit oder mach ein Foto davon, am besten mit Blüte und Blatt. Hat deine Katze erbrochen, ist ein Foto davon ebenfalls hilfreich.
  6. Transportiere sie in der Box und halte sie warm und ruhig.

An den Feiertagen sind viele Praxen geschlossen. Such dir deshalb schon vor Weihnachten die Nummer des tierärztlichen Notdienstes in deiner Region heraus und speichere sie im Handy. Viele Städte und Landkreise haben einen Notdienstplan, und Tierkliniken mit Rund-um-die-Uhr-Dienst nehmen Notfälle auch nachts an. Dieselbe Nummer brauchst du womöglich eine Woche später noch einmal, wenn deine Katze an Silvester in Panik gerät.

Katzensicher dekorieren

Du musst auf Grün im Advent nicht verzichten. Mit ein paar Entscheidungen beim Einkauf bleibt es für deine Katze ungefährlich.

  • Kunstpflanzen sehen heute oft täuschend echt aus. Ein künstlicher Weihnachtsstern oder eine Amaryllis aus Stoff fällt im Zimmer kaum auf.
  • Weihnachtskaktus blüht im Dezember und gilt als ungiftig. Er ist die einfachste echte Alternative.
  • Giftige Pflanzen stellst du in einen Raum, den deine Katze nicht betritt. Eine hohe Fensterbank reicht bei einer guten Springerin meist nicht.
  • Sträuße kaufst oder bestellst du ausdrücklich ohne Lilien. Sag es auch Gästen, die Blumen mitbringen wollen.
  • Kränze und Gestecke ohne Efeu, Mistel, Stechpalme und Blumenzwiebeln bindest du zum Beispiel aus Tannengrün, Zapfen und getrockneten Orangenscheiben. Häng sie so, dass deine Katze nicht darankommt.
  • Katzengras auf der Fensterbank gibt deiner Katze etwas, an dem sie knabbern darf. Viele Katzen lassen dann die anderen Pflanzen eher in Ruhe. Wie du es ziehst und pflegst, steht unter Katzengras im Test.
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Eine Wohnungskatze, die sich langweilt, nimmt neue Pflanzen eher ins Visier als eine ausgelastete. Spiel deshalb jeden Tag ein paar Minuten mit ihr.

Fazit

Den Weihnachtsstern musst du nicht fürchten, aber auch nicht neben den Kratzbaum stellen. Sein Milchsaft reizt Maul und Magen, ernste Vergiftungen sind selten. Deutlich giftiger sind Amaryllis, Christrose, Kalanchoe und Blumenzwiebeln, und Lilien sind für Katzen schon in kleinen Mengen lebensgefährlich. Der Weihnachtskaktus, Kunstpflanzen und Katzengras sind die entspannte Wahl. Knabbert deine Katze doch an etwas Giftigem, löst du kein Erbrechen aus, sondern rufst mit Pflanzenname und Foto die Praxis oder den Notdienst an. Wie du Baum und Deko sicher machst, steht unter Weihnachten mit Katze, und für den Jahreswechsel hilft dir Katzen zu Silvester weiter.

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Häufige Fragen zu giftigen Weihnachtspflanzen und Katzen

Was ist die giftigste Blume für Katzen?

Zu den gefährlichsten Blumen für Katzen gehören echte Lilien und Taglilien. Schon wenig Blütenstaub, ein angeknabbertes Blatt oder ein paar Schlucke Vasenwasser können ein akutes Nierenversagen auslösen. Im Dezember stecken Lilien oft in Sträußen und Gestecken. Hatte deine Katze Kontakt, fährst du sofort zur Tierarztpraxis, auch wenn sie noch munter wirkt.

Warum keinen Weihnachtsstern in der Wohnung?

Der Weihnachtsstern ist ein Wolfsmilchgewächs. Sein weißer Milchsaft reizt Maul, Magen, Haut und Augen. Frisst deine Katze davon, speichelt sie meist stark und erbricht. Schwere Vergiftungen sind bei den heutigen Zuchtformen selten. Trotzdem stellst du ihn am besten dorthin, wo deine Katze nicht hinkommt, oder du nimmst eine Kunstpflanze.

Können Katzen giftige Pflanzen erkennen?

Verlass dich nicht darauf. Viele erwachsene Katzen meiden bittere Pflanzen, aber junge Katzen, gelangweilte Wohnungskatzen und neugierige Tiere knabbern auch an giftigen Arten. Bei Lilien reicht sogar Blütenstaub im Fell, den deine Katze beim Putzen ableckt. Giftige Pflanzen gehören deshalb außer Reichweite oder gar nicht ins Haus.

Ist ein Weihnachtskaktus für Katzen giftig?

Nein, der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) gilt als ungiftig für Katzen. Frisst deine Katze viel davon, kann sie trotzdem erbrechen, weil Pflanzenmaterial ihren Magen reizt. Achte außerdem auf Dünger und Pflanzenschutzmittel in der Erde.

Meine Katze hat am Weihnachtsstern geknabbert, was tun?

Nimm ihr die Reste weg, wisch ihr den Milchsaft mit einem feuchten Tuch von Maul und Fell und biete ihr frisches Wasser an. Lös kein Erbrechen aus. Ruf deine Tierarztpraxis an und sag, wie viel sie ungefähr gefressen hat. Erbricht sie mehrmals, frisst nicht mehr oder wirkt matt, fährst du mit ihr hin.

Wie schnell zeigen sich Vergiftungssymptome bei Katzen?

Beim Weihnachtsstern meist bald nach dem Fressen, weil der Milchsaft sofort im Maul reizt. Bei Lilien beginnt es innerhalb der ersten zwölf Stunden mit Erbrechen, Speicheln und Appetitlosigkeit, das Nierenversagen folgt nach ein bis drei Tagen. Warte deshalb nicht auf Symptome, wenn du weißt, dass deine Katze an einer Lilie war.

Leo

Geschrieben von Bastian

Wir schreiben seit 2012 über das Leben mit unseren Katzen Leo und Clio. Sie waren lange reine Wohnungskatzen und sind heute Freigänger: Leo ist viel draußen unterwegs, Clio geht nur in unserer Gegenwart raus. Mehr über uns