Ratgeber

Kratzbaum selber bauen: Holz, Sisal, Maße und fester Stand

Bastian Veröffentlicht am 3. Oktober 2026 15 Min. Lesezeit
Selbstgebauter Kratzbaum in der Werkstatt: Holzplatte mit zwei teilweise mit Sisal umwickelten Kanthölzern

Einen Kratzbaum selber zu bauen ist kein Hexenwerk: Bodenplatte, Stamm, ein paar Liegeflächen und viel Sisalseil. Schwierig wird es bei den Zahlen. Wie hoch muss der Stamm sein, wie groß die Platte, wie viele Meter Seil braucht es, und hält das Ganze, wenn ein schwerer Kater mit Anlauf hineinspringt? Unser allererster Kratzbaum hat das nicht ausgehalten. Leo, mit rund 9,5 Kilo ein sehr großer Kater, hat ihn umgekippt. Passiert ist zum Glück nichts, danach stand der Baum an der Wand befestigt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Richtwerte für eine durchschnittliche Katze: 80 cm umwickelte Kratzfläche, Stamm mindestens 12 cm dick, Liegeflächen 40 × 40 cm. Für große Katzen: 100 cm, 15 cm, 50 × 50 cm.
  • Die Bodenplatte misst bis 1 m Höhe mindestens 50 × 50 cm, und keine Liegefläche ragt darüber hinaus. Über einem Meter oder bei schweren Katzen kommt der Baum an die Wand.
  • Geeignet ist unbehandeltes Holz: Laubholzstamm, Konstruktionsvollholz, Birken-Multiplex. Nie Eibe, Thuja, Robinie oder kesseldruckimprägniertes Holz.
  • Sisalbedarf: (Umfang + 3,14 × Seildicke) × Wickelhöhe ÷ Seildicke. Für 80 cm an einem 12er Kantholz sind das rund 50 m 8-mm-Seil.
  • Das Material für den Beispielbaum kostet rund 115 bis 170 Euro. Selberbauen spart wenig Geld, bringt aber Maße und Stabilität nach Wunsch.

Vor dem Bau: Standort, Maße und für welche Katze

Am Anfang steht der Platz. Ein Kratzbaum wird dort genutzt, wo sich die Menschen aufhalten, gern mit Blick aus dem Fenster. Miss die Stellfläche aus, prüf, ob eine tragfähige Wand in der Nähe ist, und zeichne eine Skizze mit allen Teilen. Eine Wand in Reichweite ist mehr wert als ein paar Zentimeter zusätzliche Höhe, denn an ihr lässt sich der Baum später sichern.

Die Maße richten sich nach der Katze. Beim Kratzen streckt sie sich am Stamm nach oben, die umwickelte Fläche muss also mindestens so hoch reichen wie die ausgestreckte Katze. Für Liegeflächen gilt: Die Katze soll darauf ausgestreckt liegen können, ohne dass Pfoten oder Schwanz über den Rand hängen.

Durchschnittliche KatzeGroße, schwere Katze (Maine Coon, Kater wie Leo)
Umwickelte Kratzfläche am Stammmindestens 80 cmmindestens 100 cm
Stammdickemindestens 12 cmmindestens 15 cm
Liegefläche40 × 40 cm50 × 50 cm
Bodenplattebis 1 m Höhe mindestens 50 × 50 cm, keine Liegefläche steht überso groß, dass keine Liegefläche übersteht, dazu Wandbefestigung

Für Kitten und ältere Katzen setzt du die Ebenen niedriger und dichter übereinander, damit sie ohne großen Sprung erreichbar sind. Ein Kratzbaum für 1,50 bis 1,60 m Höhe braucht eine deutlich größere Bodenplatte als die 50 × 50 cm der Tabelle und gehört in jedem Fall an die Wand.

Lebst du über mehrere Etagen, plan lieber zwei kleinere Bäume als einen großen. Als wir aus der Wohnung in ein Haus gezogen sind, fehlte im ersten Stock eine Kratzstelle, und Leo und Clio haben prompt an der Putzwand gekratzt. Mehr zur Frage, wie viele Kratzbäume du brauchst, steht im Ratgeber Kratzbaum für Wohnungskatzen.

Lohnt sich das Selberbauen?

Wer Geld sparen will, wird enttäuscht. Das Material für einen knapp einen Meter hohen Kratzbaum mit zwei Liegeflächen kostet rund 115 bis 170 Euro. Stabile Kratzbäume für große Katzen gibt es im Handel ab etwa 120 Euro, viele liegen zwischen 200 und 350 Euro. Dazu kommt die Zeit: Für den Bau aus Baumarkt-Holz geht ein Wochenende drauf, beim Naturstamm kommen Wochen bis Monate fürs Trocknen hinzu.

Es lohnt sich trotzdem, wenn kein fertiges Modell passt: eine Nische mit krummen Maßen, eine schwere Katze, für die die Stämme im Handel zu dünn sind, oder der Wunsch, genau zu wissen, welches Holz und welcher Leim drinstecken. Und ein selbst gebauter Baum lässt sich reparieren. Ist das Sisal durch, wickelst du neu, statt den ganzen Baum zu ersetzen.

Welches Holz eignet sich und welches nicht?

Es gibt zwei Wege. Ein Naturstamm sieht schön aus und bietet Astgabeln als natürliche Träger für Liegeflächen. Geeignet sind Laubhölzer wie Buche, Eiche, Birke oder Obstbäume. Frisches Nadelholz harzt und klebt im Fell. Der Stamm muss entrindet und trocken sein: Unter der Rinde können Insekten sitzen, und feuchtes Holz arbeitet, reißt und kann schimmeln. Je nach Dicke dauert das Trocknen an einem luftigen, überdachten Ort Wochen bis Monate.

Einen Stamm aus dem Wald einfach mitzunehmen, ist nicht erlaubt. Alles Holz im Wald gehört dem Waldbesitzer, auch gefällte Stämme und Totholz. Frag beim Förster oder Forstamt nach. Bessere Quellen sind oft Baumschulen, Gärtnereien oder Bekannte, die im Garten einen Obstbaum fällen.

Der Weg über den Baumarkt ist schneller und berechenbarer. Als Stamm dient Konstruktionsvollholz (KVH) aus Fichte, ein technisch getrocknetes Kantholz, das gerade bleibt. Unter dem Sisal liegt das Holz weitgehend verdeckt, deshalb zählt die Holzart hier weniger als beim Naturstamm. Nimm trockenes Holz ohne sichtbares Harz und ohne Holzschutzmittel (beim Kauf nachfragen), denn Nadelholz kann auch getrocknet noch harzen. Für Bodenplatte und Liegeflächen nimmst du Birken-Multiplex ab 18 mm Stärke. Es ist fest, splittert wenig und hält Schrauben deutlich besser als Spanplatte.

Ungeeignet für den Kratzbaum

  • Eibe, Thuja und Robinie, weil sie für Katzen giftig sind.
  • Kesseldruckimprägniertes Holz, erkennbar an der grünlichen oder braunen Färbung von Pfosten und Palisaden aus dem Gartenbereich. Es ist mit Holzschutzmitteln getränkt und gehört nicht in die Wohnung.
  • Lackiertes, gebeiztes oder geöltes Altholz, bei dem du nicht weißt, womit es behandelt wurde.

Am besten bleibt das Holz unbehandelt. Willst du streichen, nimm einen Lack oder eine Lasur mit dem Hinweis auf die Spielzeugnorm DIN EN 71-3. Zum Verleimen reicht lösemittelfreier Weißleim, für das Sisal Heißkleber. Worauf du bei Materialien rund um die Katze sonst achten kannst, steht bei Katzenspielzeug ohne Schadstoffe.

Materialliste und Werkzeug mit Mengen

Der Beispielbaum ist für eine durchschnittliche Katze gedacht: ein Hauptstamm mit Liegefläche oben auf rund 95 cm Höhe, daneben ein kurzer Stamm mit einer zweiten Liegefläche auf rund 50 cm als Zwischenstufe. Die Bodenplatte ist doppelt, damit unten Gewicht sitzt.

TeilMaterialMaßMenge
BodenplatteBirken-Multiplex 18 mm80 × 50 cm2 Platten, verleimt
HauptstammKVH Fichte, unbehandelt12 × 12 cm, 90 cm lang1
Kurzer StammKVH Fichte, unbehandelt12 × 12 cm, 45 cm lang1
LiegeflächenBirken-Multiplex 18 mm40 × 40 cm2
SisalseilNatursisal, 8 mmrund 73 m (80 m kaufen)1
Stahlwinkelverzinkt, Schenkel 4 bis 5 cm8
Holzschrauben6 × 120 mm (Stämme von unten)4
Holzschrauben6 × 80 mm (Liegeflächen von oben)4
Holzschrauben4 × 30 mm (Bodenplatten verbinden)12
Winkelschrauben4 × 16 mm (in die Liegeflächen), 5 × 30 mm (Bodenplatte), 5 × 40 mm (Stamm)je nach Winkel
Belag LiegeflächenTeppich- oder Filzreste40 × 40 cm2
Antirutschmatte80 × 50 cm1
Kleinkramlösemittelfreier Weißleim, Heißklebesticks, für die Wand 2 Winkel mit passenden Dübeln

Die Schraubenlängen sind so gewählt, dass nichts durch eine Platte sticht. In die 36 mm starke Doppelplatte gehen höchstens 30 mm lange Schrauben, in eine 18-mm-Liegefläche höchstens 16 mm. Für eine große Katze änderst du die Werte nach der Tabelle oben: dickerer Stamm, 100 cm Wickelhöhe, Liegeflächen 50 × 50 cm, Bodenplatte entsprechend größer.

Werkzeug: Akkuschrauber mit Holzbohrern und Senker, Schraubzwingen, Zollstock, Wasserwaage, Schleifpapier mit Schleifklotz, Heißklebepistole, Hammer und ein Holzklotz zum Andrücken der Windungen, Cuttermesser. Eine Säge brauchst du nicht, wenn du dir alle Teile im Baumarkt zuschneiden lässt. Für den Naturstamm kommen eine Säge und ein Ziehmesser oder Schäleisen zum Entrinden dazu.

Was das Material kostet

PostenPreis (Stand Oktober 2026)
Birken-Multiplex 18 mm, rund 1,1 m²rund 60 bis 85 Euro (etwa 55 bis 75 Euro je m²)
KVH 12 × 12 cm, 1,35 mrund 17 bis 21 Euro (etwa 13 bis 15 Euro je Meter)
Sisalseil 8 mm, 80 mrund 36 bis 64 Euro (etwa 0,45 bis 0,80 Euro je Meter)
Summe dieser drei Posten, ohne Schrauben, Winkel, Belag und Kleinkramrund 115 bis 170 Euro

Beim Sisal lohnt der Preisvergleich: Je Meter liegen die Angebote fast beim Doppelten auseinander.

Sisal: Seilstärke, Bedarf berechnen, richtig wickeln

Nimm Natursisal ohne Behandlung. Die übliche Stärke für einen Kratzstamm ist 8 mm. Dünnes Seil um 6 mm passt eher zu Ästen, dickeres Seil zu dicken Stämmen und kräftigen Katzen.

Wie viel Seil du brauchst, lässt sich genau ausrechnen. Eine Windung ist so lang wie der Umfang des Stamms plus 3,14 × Seildicke, weil das Seil außen herumläuft. Die Zahl der Windungen ergibt sich aus Wickelhöhe geteilt durch Seildicke. Zusammen heißt das: Seillänge = (Umfang + 3,14 × Seildicke) × Wickelhöhe ÷ Seildicke. Den Umfang misst du mit dem Maßband. Beim runden Stamm sind es Durchmesser × 3,14, beim Kantholz viermal die Kantenlänge.

  • Hauptstamm des Beispielbaums: Kantholz 12 × 12 cm, Umfang 48 cm. Eine Windung braucht 48 + 2,5 = 50,5 cm. Bei 80 cm Wickelhöhe und 8 mm Seil sind das 100 Windungen, also 50,5 m.
  • Kurzer Stamm: 35 cm Wickelhöhe ergeben knapp 44 Windungen, also rund 22 m. Zusammen sind das rund 73 m. Kauf 80 m, damit der Rest für Enden und eng gedrückte Windungen reicht.
  • Große Katze: Ein Kantholz 16 × 16 cm mit 100 cm Wickelhöhe braucht allein für den Hauptstamm rund 83 m.

Gewickelt wird von unten nach oben. Klebe das Seilende mit Heißkleber an und wickle die ersten Windungen darüber, damit das Ende fest sitzt. Zieh das Seil bei jeder Windung straff und drück die Windungen mit Holzklotz und Hammer nach unten zusammen, sodass keine Lücken bleiben. Alle paar Windungen setzt du eine Raupe Heißkleber senkrecht auf den Stamm. Oben schiebst du das Ende mit einem Schraubendreher unter die letzten Windungen und klebst es fest.

Kleben ist besser als Klammern. Tackernadeln lockern sich, wenn die Katze kratzt, und stehen dann mit Spitzen heraus. Kommst du ohne nicht aus, setz sie nur ganz unten am Anfang, schlag sie vollständig ein und wickle die ersten Windungen darüber.

Schritt für Schritt: Fuß, Stamm, Liegeflächen, Höhle

Anleitung in Kurzform

  1. Teile zuschneiden lassen, Kanten schleifen.
  2. Bodenplatte doppelt verleimen und verschrauben.
  3. Beide Stämme von unten anschrauben und mit Winkeln sichern.
  4. Liegeflächen von oben aufschrauben und mit Winkeln sichern.
  5. Sisal wickeln.
  6. Liegeflächen belegen, Kanten und Schrauben prüfen.
  7. Aufstellen, wenn nötig an der Wand sichern, Kipp-Probe machen.

1. Zuschnitt und Kanten

Lass dir die Multiplexplatten und das Kantholz im Baumarkt auf Maß sägen, die Schnitte am Kantholz müssen genau rechtwinklig sein, sonst steht der Stamm schief. Schleif alle Kanten und Ecken rund, bis nichts mehr splittert.

2. Bodenplatte

Streich die beiden Bodenplatten mit Weißleim ein, leg sie bündig aufeinander und zieh sie mit Schraubzwingen zusammen. Dann schraubst du sie von oben mit den zwölf 4 × 30-mm-Schrauben zusammen, verteilt über die ganze Fläche und versenkt. Lass den Leim nach Herstellerangabe trocknen.

3. Stämme montieren

Zeichne die Positionen an: Der Hauptstamm steht mit seiner Mitte 20 cm vom linken Rand, der kurze Stamm 20 cm vom rechten Rand, beide mittig in der Tiefe. So liegen später beide Liegeflächen vollständig über der Bodenplatte. Bohr an jeder Position zwei Löcher durch die Platte vor, senk sie von unten an und schraub die Stämme mit je zwei 6 × 120-mm-Schrauben von unten fest. Die Köpfe müssen ganz versenkt sein, damit die Platte später plan auf der Antirutschmatte liegt. Danach setzt du an jeden Stammfuß zwei Winkel auf gegenüberliegende Seiten.

4. Liegeflächen aufschrauben

Leg die erste Liegefläche mittig auf den Hauptstamm, bohr zwei Löcher vor, senk sie an und schraub sie mit zwei 6 × 80-mm-Schrauben in das Stammende. Zwei Schrauben verhindern, dass sich die Platte verdreht. Darunter kommen zwei Winkel. Die zweite Liegefläche montierst du genauso auf dem kurzen Stamm. Die Winkel belegen oben und unten je rund 5 cm des Stamms, dazwischen bleibt die Fläche zum Umwickeln: 80 cm am Hauptstamm, 35 cm am kurzen.

5. Sisal wickeln

Jetzt steht der Baum, und du kannst bequem um die Stämme herum wickeln, jeweils vom unteren bis zum oberen Winkel. Für die 73 m Seil brauchst du Geduld, es ist der längste Arbeitsschritt.

6. Liegeflächen belegen und prüfen

Klebe Teppich- oder Filzreste auf die Liegeflächen, sie decken dabei die Schraubenköpfe ab. Wer lieber waschen möchte, legt ein Kissen mit abnehmbarem Bezug auf, dann sind die Schraubenköpfe vorher ganz zu versenken. Fahr zum Schluss mit der Hand über alle Kanten und Unterseiten: Es darf keine Schraubenspitze herausschauen und keine Kante splittern.

Höhle oder Korb

Auf der unteren Liegefläche kannst du eine Höhle bauen, einen Kasten aus Multiplex mit Einstiegsloch, der von innen durch den Kastenboden auf die Liegefläche geschraubt wird, mit Schrauben, deren Spitzen nicht unten aus der Liegefläche herausschauen, und ganz versenkten Köpfen. Plan sie so großzügig, wie die Liegefläche es zulässt, ohne dass etwas über den Rand ragt: Die Katze muss sich darin zusammengerollt hinlegen und ohne Verrenkung hinein- und herauskommen. Eine zu enge Höhle haben wir bei uns irgendwann mit Decken und Karton verschlossen. Einfacher ist ein fester Katzenkorb, den du auf die Liegefläche schraubst. Beides macht den Baum auf einer Seite schwerer, also gehört die Kipp-Probe danach erst recht dazu.

Variante Naturstamm

Den entrindeten, trockenen Stamm sägst du unten genau gerade ab, damit er senkrecht steht. Er wird wie das Kantholz von unten durch die Bodenplatte verschraubt, bei einem dicken Stamm mit drei oder vier Schrauben. Liegeflächen setzt du auf Astgabeln oder mit Winkeln seitlich an den Stamm, ohne dass sie über die Bodenplatte hinausragen, eine Höhle kommt auf eine Astgabel oder eine Liegefläche. Statt der Bodenplatte geht auch ein Betonfuß: Der Stamm steht in einem stabilen Kübel, den du mit Fertigbeton füllst und nach Packungsangabe aushärten lässt. Der Kübel muss so breit sein, dass keine Liegefläche übersteht, sonst gehört der Baum an die Wand. Mit Sisal umwickelst du nur die Abschnitte, an denen die Katze kratzen soll. Manche Katzen kratzen auch gern am blanken Holz.

Standfestigkeit: damit der Baum auch bei schweren Katzen steht

Ein Kratzbaum kippt nicht beim Draufliegen, sondern beim Sprung: Eine Katze, die von oben auf eine äußere Liegefläche springt, wirkt mit ihrem Schwung wie ein Hebel. Leo hat unseren ersten Kratzbaum umgeworfen. Dagegen helfen vier Dinge.

  • Breite Basis: Keine Liegefläche ragt über die Bodenplatte hinaus. Was übersteht, wird zum Hebel, an dem die Katze den Baum kippen kann.
  • Gewicht nach unten: Die doppelte Bodenplatte oder ein Betonfuß halten den Schwerpunkt tief. Oben gilt das Gegenteil, die oberste Ebene sollte nicht die schwerste sein.
  • Gleitschutz: Eine Antirutschmatte unter der Bodenplatte verhindert, dass der Baum bei jedem Sprung auf Laminat oder Fliesen ein Stück wandert.
  • Wandbefestigung: Ist der Baum höher als etwa einen Meter, ist die Katze schwer oder fällt die Bodenplatte kleiner aus als in der Tabelle, kommt er an die Wand.

Für die Wandbefestigung stellst du den Baum so, dass die obere Liegefläche oder der Hauptstamm nah an der Wand steht. Verbinde Baum und Wand mit zwei Stahlwinkeln oder einem Kippschutz-Set für Möbel. Die Dübel richten sich nach der Wand: In Beton und Ziegel halten normale Spreizdübel, in Gipskarton brauchst du Hohlraumdübel oder schraubst in das Ständerwerk dahinter. Ein Deckenspanner ist eine Alternative ohne Bohren an der Wand. Er lockert sich aber mit der Zeit, wenn die Katzen toben, und muss regelmäßig nachgezogen werden.

Kipp-Probe vor der ersten Nutzung

  • Drück mit der flachen Hand kräftig seitlich gegen die oberste Liegefläche, aus allen Richtungen.
  • Drück mit beiden Händen kräftig von oben auf die äußere Kante jeder Liegefläche.
  • Hebt sich die Bodenplatte auf der Gegenseite an oder wackelt ein Stamm, fehlt Gewicht unten, eine Schraube sitzt locker oder der Baum braucht die Wandbefestigung.

Zieh alle Schrauben nach den ersten Wochen nach. Holz setzt sich, und gerade Winkel lockern sich durch das ständige Springen.

Einfachere Varianten

Nicht jede Katze braucht einen ganzen Baum, und nicht jede Wohnung hat Platz dafür. Diese Lösungen sind schneller gebaut und ersetzen das Kratzen und Strecken, aber keinen erhöhten Liegeplatz.

  • Kratzbrett für die Wand: ein Multiplexbrett, mit Sisal umwickelt und senkrecht an die Wand geschraubt, unten so tief, dass die Katze im Stehen hinkommt, oben so hoch wie ihre Kratzfläche am Stamm. Wo es hängen sollte, steht im Artikel Kratzbrett zur Krallenpflege.
  • Kratzsäule auf Platte: der Hauptstamm des Beispielbaums allein, auf einer Bodenplatte von 50 × 50 cm, ohne Liegefläche.
  • Obstkiste mit Sisal: Die Latten einer stabilen Holzkiste werden umwickelt, innen liegt ein Kissen. Die Katze kratzt außen und schläft drinnen.
  • Liegende Kratzmatte aus Sisal: Manche Katzen kratzen lieber waagerecht. Eine Matte vor dem Sofa reicht dann oft.

Was auch immer du baust, Katzen gewöhnen sich schneller an etwas, das vertraut riecht. Reib das neue Möbel mit Katzenminze oder Baldrian ein, mehr dazu bei Baldrian und Katzenminze. Wer danach Lust auf mehr Werkstatt hat: Ein Fummelbrett als Intelligenzspielzeug kommt mit einer Klopapierrolle und zwei Marmeladengläsern aus.

Häufige Fragen zum Kratzbaum selber bauen

Welches Holz eignet sich für einen Kratzbaum?

Für einen Naturstamm unbehandeltes Laubholz wie Buche, Eiche, Birke oder ein Obstbaum, entrindet und gut getrocknet. Aus dem Baumarkt eignen sich unbehandeltes Konstruktionsvollholz (KVH) aus Fichte als Stamm und Birken-Multiplex ab 18 mm für Bodenplatte und Liegeflächen. Tabu sind Eibe, Thuja und Robinie, weil sie für Katzen giftig sind, und kesseldruckimprägniertes Holz aus dem Gartenbereich.

Was kann man statt Kratzbaum nehmen?

Ein Kratzbrett an der Wand, eine Kratzsäule auf einer Bodenplatte oder eine Obstkiste mit sisalumwickelten Latten. Sie ersetzen das Kratzen und Strecken, aber keinen erhöhten Liegeplatz. Mehr zu den Bauformen im Artikel Kratzbrett.

Welche Materialien braucht man für einen Katzenkratzbaum?

Für einen Kratzbaum aus Baumarkt-Holz: zwei Multiplexplatten für die Bodenplatte, Kantholz für die Stämme, Multiplex für die Liegeflächen, Sisalseil, Stahlwinkel, Holzschrauben, lösemittelfreien Holzleim, eine Heißklebepistole, Teppich- oder Filzreste für die Liegeflächen und eine Antirutschmatte. Wer einen Naturstamm nimmt, ersetzt das Kantholz durch einen entrindeten, trockenen Laubholzstamm.

Wie hoch sollte ein Kratzbaum für Katzen sein?

Entscheidend ist die Kratzfläche am Stamm: Sie sollte für eine durchschnittliche Katze mindestens 80 cm hoch umwickelt sein, für große Katzen 100 cm, damit sie sich beim Kratzen ganz strecken können. Die Gesamthöhe richtet sich nach dem Platz. Über etwa einem Meter Höhe oder bei einer schweren Katze gehört der Baum zusätzlich an die Wand.

Wie lange hält das Sisal, und kann man es erneuern?

Das hängt davon ab, wie viel deine Katze kratzt. Sind die Windungen zerfasert oder locker, schneidest du das Seil an der Stelle auf, ziehst es ab und wickelst neu. Beim selbst gebauten Baum ist das einfach, weil der Stamm offen zugänglich und verschraubt statt verklebt ist.

Ist ein selbst gebauter Kratzbaum günstiger als ein gekaufter?

Meist nicht viel. Das Material für einen knapp einen Meter hohen Baum mit zwei Liegeflächen kostet rund 115 bis 170 Euro (Stand Oktober 2026), stabile Kratzbäume für große Katzen gibt es im Handel ab etwa 120 Euro. Der Vorteil liegt in den Maßen, die genau zu Katze und Wohnung passen, und in der Stabilität, die du selbst in der Hand hast.

Leo

Geschrieben von Bastian

Wir schreiben seit 2012 über das Leben mit unseren Katzen Leo und Clio. Sie waren lange reine Wohnungskatzen und sind heute Freigänger: Leo ist viel draußen unterwegs, Clio geht nur in unserer Gegenwart raus. Mehr über uns